BIO

Der Weg bis heute...

Meine musikalische Familie stand Pate, der Vater spielt seit über 50 Jahren Akkordeon und auch Keyboard, der Großvater war vor dem Krieg Schlagzeuger in einer Bigband und nach dem Krieg in den amerikanischen Clubs gut beschäftigt, und mein Onkel machte als Bassist mit seinen "Four Jacksons" ( nein, Micheal war da nicht dabei...), einer Beat Coverband, die Tanzbühnen der Region unsicher, wie z.B. Cafe Nobis und Cafe Eiselt.
Bei mir ging es dann 1968 los mit einer Blockflöte, dann folgten 7 Jahre klassischer Violinenunterricht und mit 20 Jahren kaufte ich für 50 DM endlich meine erste Gitarre, eine Höfner Elektrogitarre mit Kunstlederbezug und 3 Pickups. Ein Jahr später, 1979, folgte die erste Band, "Mother`s little Helper", nach dem Rolling Stones Song benannt, und 1981 der erste öffentliche Auftritt mit der "Fellow`s Support Blues Band". Die erste eigene Bluesband hieß "Messin`Round Blues Band", weitere Stationen waren "What`s Up" (mit Michael Kusche), "Crazy Cats" (mit Christine "The Cat" Vogel und Thomas Hübner), "Slotmachine" (mit Stefan Scholz und Dieter Schreiber), "Blue Mind" ( mit Gerold Scholz und Thomas Sigl, später Uwe Burkhardt und Thomas Hübner), Karen Carroll & Fever`d Soul (mit Mike Kuhn, Michael Schmidt und Anselm Gayler) und Luigi`s Home Cooking (mit Franz Hajak, Markus Promberger, Helmer Körber und Uwe Burkhardt).

Höhepunkte

Besondere Höhepunkte waren und sind immer Begegnungen mit Spitzenmusikern, ob in der Begleitband oder als Supportact. Da kann man hautnah miterleben, warum zumindest in der Blues- und Jazzszene erfolgreiche Musiker wirkliche Persönlichkeiten mit aussergewöhnlicher Ausstrahlung und eigenem Stil sind. Mit am beeindruckendsten war mein Auftritt mit Karen Carroll und Carey Bell 1992 in Altstätten, Schweiz. Carey hatte eine fast überirdische Präsenz, beherrschte den Raum vollkommen, und zog Band wie Publikum völlig in seinen Bann. Unvergesslich bleiben Sessions mit Lousiana Red ebenso wie mit Detroit Gary Wiggins oder Chris Rannenberg, und mit Slotmachine hatten wir Anfang der 90er fantastische Jobs mit Mee Montgomery oder auch Karen Carroll. In Ihrer Begleitband spielte ich dann auch als fester Gitarrist von 1998 bis 2001, speziell in Fever`d Soul (1999-2001) konnte ich von den allesamt studierten Musikern eine Menge lernen. Als Support Act konnten wir immerhin solche Größen wie Luther Allison (mit What`s Up) , The Commitments (mit Blue Heat) oder Canned Heat ( mit Ralf Gunter von Berg/Jürgen Schottenhamml electric Duo) unterstützen, oder auch ein Doppelkonzert mit Livin`Blues spielen.
Als Bluesmusiker waren wir auch schon auf Pilgerreise in Chicago (1996), die durchaus prominent besetzte Reisegruppe (u.a. Michi Kusche und Chrissie the Cat) hat sich dort nicht nur aufs Zuhören beschränkt. Nach einer abenteuerlichen Fahrt in die Southside Chicago`s in den Lee`s Unleaded Club fragte ich Vance Kelly, ob wir nicht ein bischen mit seiner Band jammen könnten. Vance stimmte gleich zu, und das Ergebnis war eine tolle Session, und eine Einladung in die Checkerboard Longue, sozusagen der Tempel der Bluesmusik. Dort wurden wir dann als Jazzband from
Germany angekündigt, und durften ein Set mit der hervorragenden Band von Vance Kelly spielen, unvergesslich!
Auch mit lokalen Musikern hatte ich Auftritte, zu denen man nur sagen kann, es war einfach magisch. Und seltsamerweise war da fast immer Olders Frenzel (ex Ihre Kinder, NC Brown Blues Band) mit dabei, ein kraftvoller und emotionaler Drummer, der einen immer zu Höchstleistungen treibt.

Fotos aus der guten alten Zeit



Messin`Round Blues Band (1985) im Schachterl in Neumarkt, am Bass Stefan Maegerl, am Schlagzeug Thomas Hübner. 2 Wochen später gastierte dort ein gewisser Harald Schmidt ...





Blue Mind (1993) mit Thomas Sigl und Gerold Scholz




Slotmachine (1989), v.l.n.r.: Thomas Hübner, Stefan Scholz, Dieter Schreiber, Jürgen Schottenhamml, Markus Promberger.




Karen Carroll & Slotmachine 1992 in Altstätten, Schweiz.




Karen Carroll & Fever`d Soul (2000) mit Anselm Gayler, Karen, Mike Kuhn, Michael Schmidt und Jürgen Schottenhamml.




Mit Johnny Rain & The Flames of Blues (1994 )
Ein leider kurzlebiges Projekt mit Larry Owens, Dieter Schreiber und Anselm Gayler. Gespielt wurden fast nur Eigenkompositionen.


Luigi`s Home Cooking ( 2005)


Musikalische Vorbilder

Irgendwann in den 70ern kam die Liebe zum Blues, mit Eric Clapton`s "E.C. was here" und Peter Green`s "Need your love so bad". Eric Clapton war dann auch mein erstes großes Vorbild, und was er für ekstatische Soli abliefern kann, zeigt er besonders eindrucksvoll in seiner Zeit bei John Mayall in Songs wie "Key to Love" oder "Stormy Monday". Der nächste große Einfluß war der amerikanische Gitarrist Jonathan Kalb, den ich auf mehreren Livekonzerten Anfang der 80er gesehen und auch persönlich kennengelernt habe. Er steht für den hochdramatischen Stil von amerikanischen Gitarrenschwergewichten wie Albert King und Otis Rush, das ganze mit unglaublicher Präsenz und Power auf einer Stratocaster präsentiert. Seitdem spiele ich Fender Gitarren! 1983 herum war es dann soweit, in einer Ramschkiste bei Quelle entdeckte ich eine Original Arhoolie Pressung der Charles Ford Band, mit Robben Ford an der Gitarre. Und erst recht ab der 1989 erschienenen "Talk to your Daughter" LP ist Robben Ford mein absoluter Favorit. Es gibt wohl keinen anderen Gitarristen auf der Welt, der die Kraft des Blues mit der Eleganz und Intelligenz des Jazz so nahtlos vereinen kann. Und meine Vorliebe für diesen singulären Gitarristen konnte man besonders gut bei "Blue Mind" hören, wir liehen uns teilweise das halbe Programm von ihm aus. Klar habe ich ihn schon öfters live gesehen, besonders eindrucksvoll war das Konzert 1989 im Schlachthof in München mit Blue Line + Bill Boublitz und Bob Malach, oder 1997 im Bayrischen Hof in München mit Gary Novak und Chris Chaney. In meiner CD-Sammlung befinden sich auch ca. 40 CDs von und mit ihm, auf denen seine Entwicklung gut nachzuvollziehen ist.

Wenn Robben gerade mal nicht da ist (und das ist leider oft der Fall), kann man aber mit uns prima die Zeit bis zu seinem nächsten Konzert verbringen! Oder hört Euch den Münsteraner Gitarristen Gregor Hilden an, er ist mehr an Peter Green orientiert und hat einen wirklich fantastischen Ton, als richtiger Equipment Fetischist spielt er auch immer erstklassiges Material, vorwiegend Les Pauls und Fender oder Kitty Hawk Amps. Sehr empfehlenswert! Und da gibt es noch Rudi Feuerbach aus Eisenach, der mit seiner "undertaker blues band" hervorragenden modernen Blues spielt.
Zu meinen liebsten zeitgenössischen Gitarristen zählen auch Volker Strifler und Scott Henderson, beide technisch brillante Musiker, die durch hohe Emotionalität und ein gerütteltes Maß an musikalischem Wissen glänzen. Beide vereinen Jazz, Rock und Blues zu einem funkensprühenden Cocktail, ihre CDs sind absolut empfehlenswert. Live habe ich sie bisher leider nicht erleben können, aber die Herren sind ja noch nicht so alt wie B.B. King, da habe ich noch berechtigte Chancen.

Zählt schon Robben Ford zu den "most underrated" Gitarristen, so trifft das noch mehr auf David Grissom zu, der mir schon bei Bruce Willis "If it does not kill you, it makes you stronger" aufgefallen ist. Jetzt hat er endlich seine eigene CD "Loud Music" veröffentlicht, vorher hat er sein Talent in den Dienst von z.B. Joe Ely, John Cougar Mellencamp oder Robben Ford ( Mystic Mile) gestellt. Sein Ton ist schon aussergewöhnlich, fett und singend, seine Spielweise mit Pickingelementen ist erst recht völlig eigenständig, dazu gibt es in Youtube jede Menge zu sehen, z.B. Storyville, wo er mit Dave Holt an der zweiten Gitarre, der Double Trouble Rhythm Section mit Chris Layton und Tommy Shannon, und Malford Milligan als Sänger absolut fetzigen Bluesrock spielt.

"Most underrated" Gitarristen haben mich schon immer sehr interessiert, und auf wen könnte das besser zutreffen als auf Jim Mullen, den englischen Jazzgitarren-Meister. Bestechende Technik, fantastischer Sound und ein untrüglicher Spürsinn für die richtige Note zur richtigen Zeit zeichnen den großartigen Musiker aus. Zum ersten Mal habe ich ihn in den 80ern gesehen, als er Jimmy Witherspoon begleitete, und dann später noch einige Mal in kleinen Jazzclubs in Nürnberg. Wenn ihr die Chance habt, ihn mal live erleben zu können, geht hin, absolut empfehlenswert.

Das ein Bluesmusiker nicht unbedingt nur Blues hört, könnt Ihr meinen CD Tipps entnehmen, da ist durchaus einiges stilfremdes mit dabei:

Lucinda Williams World without Tears
Die Countrylady mit wunderschönen Balladen und gnadenlos guten Gitarrensounds- und Riffs.

Sheryl Crow Sheryl Crow
Die würde ich nehmen, wenn ich nur eine CD behalten dürfte. Jeder Song ein Meisterwerk, sowohl textlich, kompositorisch als auch soundtechnisch.

Jason Mraz Mr. A-Z
Ein Pop Meisterwerk, da passt alles, Texte, Musik, Instrumentierung, leidenschaftlich von Jason gesungen. Für mich die beste Mraz CD, da sind mir Waiting for my Rocket to come und We sing, we dance, we steal things zu flach dagegen.

Anders Osborne Which Way To Here
Ein Schwede in New Orleans, wunderschöne Songs in bester Mississippi-Tradition.

Robben Ford Talk to your daughter
Die erste ist noch immer die beste, das war damals die Sensation, und immer noch mein größter Einfluss.

Volker Strifler Volker Strifler Band
Der Mann kommt aus Heidelberg, kaum zu glauben. Ein furioser Mix aus Boogie, Beck, Ford und Stevie Ray. Technisch virtuos, dabei immer geschmackvoll und verständlich.

Norah Jones Verschiedene
Kennt mittlerweile jeder, trotzdem immer noch wunderschön! Ein gutes Beispiel für "weniger ist mehr".

Bruce Katz Crescent Crawl
Der Organist von Ronnie Earl auf vertrackten Jazz-Blues Pfaden. Exzellent Kevin Barry an der Gitarre und Bob Malach (u.a. Robben Ford) am Saxophon.

Jamie Cullum Catching Tales
Vereint Jazz und Pop mit Groove und jugendlicher Unbekümmertheit, mein Favorit 2006 und 2007! Live der absolute Hammer!!!

James Morrison Undiscovered
Ein weiterer junger Engländer mit tollen Popsongs, klingt manchmal wie der junge Stevie Wonder.