PRESSE

Diese Stimme geht dem Zuhörer direkt unter die Haut

Die Bluessängerin Jeanne Carroll und ihre Band Blue Heat sorgen im K.i.S.H. dafür, dass Stillsitzen zur Unmöglichkeit wird.

POSTBAUER-HENG Von David Hutzler

Afroamerikanische Exzentrik trifft fränkische Bodenständigkeit und vermischt sich zu einem mitreißenden Musikcocktail. So lässt sich das Gastspiel der Blueslegende Jeanne Carroll und ihrer Band Blue Heat im K.i.S.H. beschreiben.

Mit ihren mittlerweile beeindruckenden 79 Jahren gehört Jeanne Carroll äußerlich zwar zu den „Old Ladies“ des Blues, doch wer die Ausstrahlung einer Rentnerin oder gar eine sitzende Frontfrau erwartete wurde enttäuscht. Stattdessen erlebte man eine unglaublich agile und ausstrahlungskräftige Dame, deren Stimme direkt unter die Haut ging und ein Stillsitzen fast unmöglich machte.

Schloss man die Augen und lauschte der Musik der fünf Künstler auf der Bühne, so könnte man sich genau so gut in einem verrauchten, tiefschwarzen Bluesclub in New Orleans wiederfinden. So einfühlsam, filigran aber auch emotional und röhrend spielten sie den Blues. Öffnete man die Augen, so erhielt dieses Bild einen optischen Makel. Man wollte nicht so wirklich glauben, dass da vier weißgesichtige Franken standen.

Dank des ausgefallenen Saxophonspiels von Stephan Greisinger und dem sanften aber groovenden Gitarrensound von Jürgen Schottenhamml wurden dem Gesamteindruck die verschiedensten Klangfarben verliehen. Aufgebaut wurde dies auf dem außerordentlich smart agierenden Güven Sevincli am Schlagzeug und Thomas Hübner, der mit seiner Orgel nicht nur melodische Teppiche legte sondern auch die Bassstimme spielte. Zusammen schafften die Musiker die Wanderung auf dem schmalen Grad zwischen Präzision und Emotion und gaben ihrer Frontfrau damit die Möglichkeit, ihr Stimmvolumen voll auszuschöpfen.

Da machte es auch nichts aus, dass das Programm fast ausschließlich aus altbekannten Bluesinterpretationen wie „Hoochie Goochie Man“ bestand. Denn hier gab es keinen billigen Abklatsch der Songs. Vielmehr gehört die Künstlerin samt ihrer Band zu den wenigen Prädestinierten, die würdig sind diese Lieder zu präsentieren.


Eine große kleine Dame : Jeanne Carroll beschwor im Kish den Geist des Blues (25.01.1010)

POSTBAUER-HENG (rw) - Sie sei die «hoochie-Coochie-Woman» behauptet die kleine Dame im roten Kleid und dem blauen Band um die Stirn da auf der Bühne im Kish. Und natürlich kennt das Publikum den «hoochie-Coochie Man» von Willie Dixon. Hoochie-Choochie Woman ist nur unter Melodie- und Bedeutungsverlust ins Deutsche zu übersetzen - eine «selbstbewusste Frau» trifft es wohl am Ehesten.

Was bei vielen Bluesern, die diesen Song covern, in einer aufgesetzten Pseudebetroffenheit endet, passt bei der 79-jährigen Jeanne Carroll. Unaufhaltsam wie eine Dampflokomotive stürmt sie durch ihr Programm, die Musiker von Blue Heat, die fast ihre Enkel sein könnten, dirigierend, mitreißend da ist ein «Yeah Baby» kein peinliches Füllsel, sondern einfacher, sprachlicher Ausdruck, glaubwürdig bis zur letzten Silbe.

Die in Ruleville, Mississippi geborene Jeanne Carroll führt den Blues zu kraftvollem Ausdruck zurück. «Wenn Du glaubst, dass Du traurig bist, dann hör Dir mal das an», fordert Sie ihre Zuhörer auf Englisch auf und das Publikum folgt ihr. Trotz uraltem Songmaterial, der Groove kommt dank der Emotion und des ansteckenden Optimismus in der Performance der Power-Frau authentisch an. Der Blues wirkt nicht angestaubt, trotz zweiminütiger Gitarrensoli.

Natürlich dürfen auch die Blue Heats ein bisschen solo glänzen. Dann wird es rockiger, funkiger und noch etwas jazziger. Gut hört sich das an. Sehr gut sogar. Aber die Attraktion des Abends ist die große kleine, alte Dame, die spitzbübisch grinsend auf der Bühne steht, mitklatscht, die Fäuste hochreißt und diesen ganzen Bluestrain mitzieht.

Bei der letzten Zugabe, «Money» von Barrett Strong, tobte das Kish und man glaubte der Frau da vorne jedes Wort des Textes. Eine einmalige Erfahrung. Frauen wie Jeannie Carroll sind selten geworden. Sie lässt einen spüren, was die Faszination des schwarzen Blues und Jazz war - indem sie ihn auferstehen lässt. Und dank Blue Heat ist er im Kish zur vollen Geltung gekommen.


Glamouröse Diva mit samtiger Stimme (November 2009)

Von Katharina Bednarz

Von den Billardtischen, die sonst in der Halle stehen, fehlt jede Spur. Der Monroes Park in Göttingen wandelt sich zu einem dieser dunklen Jazzclubs mit viel freier Fläche: Gut so, sonst wäre es für die gut 200 Besucher am Freitag reichlich eng geworden. Das Interesse der zahlreichen Gäste gilt Jeanne Carroll, einer der wenigen Stimmen, die sowohl in der Jazz-, Blues-, Gospel- als auch Popszene, heimisch ist.
Zu Hause ist die erste Frau des Chicago Blues, die 1946 von ihrer Heimat Ruleville/Mississippi in die damalige Blues-Metropole Chicago zog, vor allem auf der Bühne. Seit 1988 in Deutschland lebend, blickt die 78-jährige Sängerin auf 50 Jahre professionelle Bühnenerfahrung zurück. Umso erstaunlicher, dass Carroll nur ein scheues „Hallo“ über die vollen Lippen huscht, als sie sich dem wartenden Publikum endlich präsentiert.
Das Quartett „Blue Heat“ um Jürgen Schottenhamml (Gitarre/Gesang), Stephan Greisinger (Saxophon), Thomas Hübner (Hammond Orgel) und Anselm Gayler (Schlagzeug) sorgen bis dahin für eine Wohlfühlatmosphäre. So hat es sich der Veranstalter, das Anzeigenblatt „Blick“, das mit diesem Konzert sein 40jähriges Bestehen feiert, wohl vorgestellt: viel Publikum und angeregte Gespräche. Bei dem einen oder anderen Bier lässt man die anstrengende Woche hinter sich.
Dann das Glanzlicht: Soul-Lady Carroll, ganz in Schwarz, tastet sich mit katzenartigen Bewegungen vor. Mit ihrer wilden Afro-Mähne ist sie trotz ihres Alters eine glamouröse Diva. Als ihre samtige, kräftige und wunderschöne Stimme ertönt, wird verständlich, dass sie in der Vergangenheit bereits Konzerte mit Größen wie Duke Ellington gegeben hat.
Leuchtender Star
Auch die Zusammenarbeit mit den weniger prominenten „Blue Heat“, die im Übrigen bereits seit den frühen 1990ern andauert, klappt an diesem Abend hervorragend. Carroll ist der leuchtende Star, das Quartett spannt einen einfühlsamen und doch energiegeladenen Sound um ihre alles überragende Stimme. Zusammen schöpfen sie aus einem vielseitigen Repertoire und spielen immerhin drei Stunden lang. Das Publikum, das erst nach einigen Zugaben zu den Mänteln greift, hat die fehlenden Billardtische sicherlich kaum vermisst.


Jazz-Lady hat den Blues im Blut

9. Auerbacher Jazz- und Bluesherbst: Jeanne Carroll (77) begeistert in der Nicolaikirche (November 2008)

Von Nicole Jahn

Auerbach. Mit Tina-Turner-Frisur und Stiefeln, so rot wie ihre Lippen, wiegt sich Sängerin Jeanne Carroll Freitagabend auf der Bühne der Auerbacher Nicolaikirche im Takt der Musik, tupft sich mit einem Taschentuch den Schweiß von der Stirn und singt in Titeln wie “I'm a woman" und »I found a new baby" von der Härte einer Frau und natürlich von der Liebe. Zum zweiten Konzert des 9. Jazz- und Bluesherb­stes begeistert die amerikanische Sängerin, begleitet von der Nürnberger Band Blue Heat, die etwa 1oo Zuhörer mit klangvoller Stimme, Seele und jeder Menge Leidenschaft
Das unglaubliche an der Lady mit dem kecken Hüftschwung und dem Blues im Blut: Sie ist schon 77 Jahre alt und doch erscheint die Bezeichnung Jazz-Oma beinahe wie eine Beleidigung. “Die Musik hält mich jung", erzählt die in Nürnberg lebende Sängerin in der Pause lachend. Seit den 1980ern lebt sie in Deutschland, spricht jedoch weiterhin lieber Englisch. “Wenn ich mit Singen aufhören würde, würde ich sterben", ist sie sich sicher. “Als ich vier Jahre alt war, sang ich schon im Kirchenchor. Musik ist mein Leben."
Organisator Ulrich Morgner, Vorsitzender des Auerbacher Jazz-Clubs, war gleichfalls von der Dynamik der Jazz-Sängerin angetan und stolz, dass sie in Auerbach auftrat: “Sie stand schon mit Größen wie Louis Armstrong auf der Bühne!" An diesem Abend waren es zwar Musiker aus Nürnberg, doch das schmälerte nicht die Qualität des Abends. Mit Gitarre, Saxofon, Hammond-Orgel und Schlagzeug bewiesen sie nach der Pause, dass sie mehr drauf haben als nur die Begleitung. Stephan Greisinger fesselte das Publikum mit Saxofon-Soli. Nickende Kennermienen wurden bald von im Takt schnippenden Fingern und in Schwingung gebrachten Körpern abgelöst. Nach einigen Titeln kam auch wieder Jeanne Carroll auf die Bühne, entzückend und stimmgewaltig versprach sie dem Publikum: “Ich werde mich erst zur Ruhe setzen, wenn ich keine Stimme mehr habe!" Diesen Zustand kann man sich aber nach dem Auerbacher Konzertabend nur schwer vorstellen.

Stimmung mit der Blues-Lady

Die charismatische Sängerin Jeanne Carroll im Muz-Club (Nürnberger Nachrichten Januar 2008)

Auch in reifen Jahren noch taufrisch zeigte sich die Jazz-Sängerin Jeanne Carroll, die im Muz-Club gastierte. Als sie während des Auftritts der Vorband hereinkommt, erkennen viele sie nicht. Denn Jeanne Carroll wirkt in ihrer hautengen schwarzen Robe und mit den blonden Rasta-Zöpfchen auf den ersten Blick sehr jugendlich, auf den zweiten etwas reifer und nicht mal auf den dritten wie 77. Dabei ist sie genau so alt. Locker witzelt die charismatische Blues-, Jazz und Soul-Lady später darüber, dass sie sogar Urenkel hat. Die Familie scheint der Diva, die aus Mississippi stammt und mit Größen wie Count Basie, Duke Ellington oder Dizzy Gillespie auf der Bühnestand, viel Kraft zu geben. Sie beherrscht wie selbstverständlich den gut gefüllten Raum, keiner wendet ein Auge von ihr. Unter den Gästen befinden sich auch viele Musiker. Als der Hit „Knock on wood“ erklingt, schwingen viele das Tanzbein. Ganz relaxed steht Carroll am Mikrofon, Mätzchen hat sie nicht nötig. Die Vorband „Wolfgang Leyk’s Blues“ war super und hat mit Klassikern von John Lee Hooker, B. B. King und anderen gut vorgewärmt. Bei Carroll kommt ein kleiner Schuss Coolness hinzu. Ihre Begleitband „Blue Heat“(Jürgen Schottenhamml, Gitarre; Stephan Greisinger, Saxofon; Tom Hübner, Hammond und Gueven Sevincli, Drums) klingt mal kräftig-erdig und soulig-ehrlich, mal funky und dann wieder jazzig-verspielt. Dabei ist das Tempo immer im oberen, gut tanzbaren Bereich. Ihre neue CD „Reminiscing in Blue“ schlägt „richtig fett“ ein, wie es die jüngsten Gäste formulieren. Ein gelungener Abend.

CLAUDIA SCHULLER



Entspannter Abend mit Jazz und Soul

Jeanne Carroll stellt neue CD vor (Nürnberger Nachrichten Januar 2008)

Sie ist mal coole Croonerin, mal ekstatische Shouterin und bei ihr verschmelzen Blues, Jazz und Soul zu einer untrennbaren Einheit: Jeanne Carroll. Am Freitag, 18. Januar, 20 Uhr, stellt die charismatische Sängerin im MUZ-Club der Musikzentrale zusammen mit der Band "Blue Heat" ihr neues Album "Reminiscing in Blue" vor.
Jeanne Carroll wurde 1931 in Ruleville/Mississippi geboren. Schon als Dreijährige sang sie im Kirchenchor mit. In späteren Jahren stand sie mit so gut wie allen Größen des Swing und Jazz auf der Bühne, Count Basie und Duke Ellington, Dizzy Gillespie, Muddy Waters oder Thelonious Monk. Hörbar bis heute prägend für Jeanne Carrolls Gesangstechnik war die Begegnung mit Kolleginnen wie Betty Carter und der unvergessenen Billie Holiday. Eine Epigonin, die den Stil anderer kopiert, wurde Jeanne Carroll allerdings nicht. Seit 1998 lebt sie in Nürnberg, arbeitete vom ersten Tag an mit lokalen und regionalen Jazz- und Bluesmusikern zusammen., "vergoldete" aber auch Rock- und sogar Hip-Hop-Projekte mit ihrer unverwechselbaren, tiefschwarzen Stimme.
Das neue Album "Reminiscing in Blue" nahm sie mit dem Quartett "Blue Heat"- Jürgen Schottenhamml (Gitarre), Stephan Greisinger (Saxophon), Tom Hübner (Hammond BX3) und Güven Sevincli (Schlagzeug) auf. Eine auffallend entspannt wirkende Scheibe, die locker und völlig unverkrampft 40 Jahre Jazzgeschichte Revue passieren lässt, ohne auch nur eine Sekunde in Nostalgieschwulst zu versinken. Wie Jeanne Carroll den Party-Dauerbrenner "Knock on Wood" zur durchsichtig schwebeleichten Ballade umstrickt, hat ganz große Klasse und unterstreicht den Ausnahmerang der großen alten Dame des Jazz.

HvD

Boshafte Balladen und mitreissende Partymusik

Blues-Nacht mit Franz Hajak, Jürgen Schottenhamml und Houserockin`Nightcats in Vischers Kulturladen (Nürnberger Nachrichten Januar 2008)

Der Blues lebt. Und er wird da gepflegt, wo er Zuhause ist: auf den kleinen Bühnen. Vor denen es manchmal so voll wird, wie beim restlos ausverkauften Jahresfest des Vereins Vischers Blues Jam in Vischers Kulturladen am Bielingplatz.
Um Stimmung zu machen, braucht es keine Blues-Superstars aus den USA oder England - auch Mittelfranken hat Könner zu bieten. Zum Beispiel die beiden Sänger und Gitarristen Franz Hajak und Jürgen Schottenhamml, die einen rein akustischen Auftritt vom Allerfeinsten hinlegten. Der Ausdruck Vorband wäre hier eine heftige Beleidigung. Versteht es das Duo doch, die intime Downhome Stimmung des amerikanischen Mittelwestens herauf zu beschwören und an einem eisigen Winterabend so etwas wie Präriewärme zu verbreiten.. Und wenn die beiden in der Wolle gefärbten Blueser sich mit Klassikern etwa von T-Bone Walker auseinandersetzen, dann ahnt man, wieviel Sprengkraft die Musik einst in den schwarzen Vierteln der nordamerikanischen Städte gehabt haben muss.

Hans von Draminski


"Luigi s Home Cookin" Kneipenbühne Oberweiling (Neumarkter Nachrichten Januar 2007 )

"Luigi s Home Cookin" bewies am vergangenen Samstag in der vollen Kneipenbühne vor begeistertem Publikum ein ums andere Mal, von Stück zu Stück, was Blues sein kann: kreativ, intelligent, virtuos, spannend, gefühlvoll der Begriffskatalog ließe sich mit Positivem beliebig erweitern.

Der stets groovende Helmer Körber behandelte in seinen Basssoli sein Instrument wie eine intelligent gepickte Gitarre, der charismatische Franz Hajak an der akustischen und dem E-Piano zeigte, was sauberer, gefühlvoller Gesang ist, Jürgen Schottenhamml brachte seine wunderbaren E-Gitarrensoli dezent und jeweils genau an der richtigen Stelle und Chris Schmitt an den Bluesharps und Perkussionsinstrumenten brillierte nicht nur mit seinem Paradestückchen, Duster Bennetts Jumping At Shadows - das ganze wurde gekrönt vom sauberem oft dreistimmigen - Gesang, alles in transparentem Klang und angenehmer Lautstärke: musikalisches Herz, was willst du mehr.


Luigis Homecooking im Vischers Kulturladen (Konzertveranstalter Vischers Blues Jam e.V.) März 2006

Schimmlige Schildkrötensuppe, einige Scheiben Toast und eine Tube Meerettich – damit, so Franz Hajak beim mitreißend-unterhaltsamen Konzert von Luigis Homecooking, hätte Klaus "Fips" Phillip seelig ein opulentes Menue gezaubert. Notfalls mit Chilli gerettet.
Der leicht ironische Unterton zieht sich auch durch Hajaks Moderationen. Man soll eben nicht alles allzu ernst nehmen. Nicht die Originalversionen zeitloser Klassiker der ersten und zweiten Reihe, die in ureigenem Gewand präsentiert werden, noch das Leben selbst. So spaßt man sich durch ein Abendprogramm, welches in Sachen Groove und Feeling seinesgleichen sucht. Franz "Luigi" Hajak, Jürgen Schottenhamml, Helmer Körber und Schlagzeuger Uwe (Nachname polizeibekannt - der Running Gag des Abends!) sind eine spürbare Einheit, persönlich wie musikalisch. Ob Polk Salad Annie - ein Elvis Hit, den heute kaum mehr jemand kennt - oder Papa was a rolling stone, man "homecooked" einen Ohrenschmaus der Sonderklasse mit jeder Menge Sahnehäubchen und Zungenschnalzern (u.a. Schottenhammls Gitarrenspiel).
Unmöglich sich dem Groove zu entziehen, sich von der Ausstrahlung der Band nicht gefangen nehmen zu lassen. Die Band steigert sich von Song zu Song, findet mehr und mehr Gefallen am eigenen Zusammenspiel und wächst im Laufe des Konzerts über sich hinaus.
Das swingt, und schiebt, das bluest und groovt und schleicht sich unwiderstehlich mitten in den Bauch. Ein Abend zum Wohlfühlen mit einem musikalischen Feinschmecker Menue.
Luigis Homecooking geht runter wie Nachtisch!

Wolf S. Höher


Eine Blueslady mit gewaltiger Stimme
Karen Carroll und Blues Limited servieren Soul auf Schloss Offenberg (August 2004)


Es gibt viele Menschen, die haben den Blues. Alles ist schwer. Nichts geht mehr. Und dann gibt es andere Menschen, die singen den Blues. Sie singen von den Menschen, die durchhängen. Zu guter letzt gibt es Menschen, die sind der Blues. Sie verkörpern ihn mit Leib und Seele, sie haben ihn im Blut. Sie zeigen, dass nicht alles so schwer ist, wenn man nur darüber redet oder darüber singt.
Zu letzteren gehört Karen Carroll. Sie gastierte Samstagnacht mit den aus München, Nürnberg, Deggendorf und Landshut stammenden Musikern von “Blues Limited“ im Stadl von Schloss Offenberg.
Die 1958 in Chicago geborene, mittlerweile in Nürnberg lebende, farbige Sängerin zählt zu den besten zeitgenössischen Bluesinterpretinnen und entspricht dem Bild, das man sich von einer “waschechten“ Blues- und Gospellady macht. Ihr enormes Körper- und Stimmvolumen, ihr nicht enden wollender Atem, ihre temperamentvolle Gestik und Mimik, die Schweißperlen auf ihrer schwarzen Haut, ihre schauspielerische Vitalität. All das führt zu einem Vollblut-Bluesweib mit Leib und Seele, mit Liebe und Wärme und unwahrscheinlicher Aussagekraft. Dabei bleibt sie ehrlich und natürlich, stets gespickt mit einem Schuss Humor. Durch ihre inbrünstige Art, das Publikum mit einzubeziehen (I am ready to sing, are you?) gewinnt Carroll schnell die Sympathien. Mit emotionalem Einsatz und warmem Stimmorgan singt sie von Liebe und Leidenschaft, Tränen, Schmerz und Nöten : “ I need money“ oder “I feel good“.
Die Musiker der im Herbst letzten Jahres gegründeten Formation “Blues Limited“ sorgten für den nötigen Drive und absolut fetzige, teils atemberaubende solistische Improvisationen : Vater und Tochter Tino und Constanze Rossmann (Keyboards und Saxophon), Klaus Lange mit der Bluesharmonika, am Bass Walter Pfeiffer, an der Gitarre Jürgen Schottenhamml. An den Drums hatte der einzig heimische, Otto Müller, in seiner bewährt souveränen Art alles unter bester Kontrolle.

Barbara Sagstetter


Groove im Bunker (Fürther Nachrichten Mai 2004)

Einen groovigen Start hatte die neue Konzertreihe Soul and more im Kunstkeller O27. John Lee Booker T & the Empties sowie Luigi`s Home Cooking zeigten im gut gefüllten Bunker, wo der Hammer hängt.
… Beste Unterhaltung also, die auch davon profitierte, dass der Sound knackig und gut abgemischt rüberkam. Was auch der etwas abgespeckten Truppe von Luigi`s Home Cooking zupass kam.
Da fehlte zwar das eigentlich angekündigte Keyboard, dennoch aber brachten die 4 Musiker aus Nürnberg ihr Programm überzeugend rüber. Denn Franz Hajak und Jürgen Schottenhamml bewegten sich auch ohne Tastenunterstützung mit ihren Gitarren versiert irgendwo im Delta zwischen Clapton, Willy de Ville und Stevie Ray, ohne gleich die Gefahr der Kopie einzugehen.
Beindruckend genau auf den Punkt saßen die Breaks, der Rhythmus rollte und machte Laune. Als der Bunker die Zuschauer nach Mitternacht wieder ausspie in die Fürther Nacht, war es nur leider nicht schwül und dampfend, sondern viel zu kühl.


Erdige Gitarrenriffs (Fürther Nachrichten, ca. 2000)

Die Blues-Generation im Jugendhaus zeigte auch gleich, daß sie nichts von ihrem Gefühl für die gute alte „blue“ Musik verloren hat. In erdigen Riffs und weichen Balladen von Jürgen Schottenhamml von Blue Mind gingen die vielen Mitvierziger voll auf. Es war aber auch beeindruckend, welche Töne Schottenhamml seiner Fender Stratocaster entlockte. Echter Blues, mit Funk und Soul versetzt, so kamen Blue Mind bei den Zuhörern bestens an.


Luigi`s Home Cooking in Kursberg (Zentralnerv Nürnberg 1999)

Obwohl das Wetter beim Fest des HvD in Kursberg am Anfang mit Regen überraschte, konnten Franz Hajak und seine Mannen die Zuhörer sofort in ihren Bann ziehen. Hajak, ein Gitarrist mit ureigenem Stil, der immer mehr auch Entertainerqualitäten entwickelt, steigerte sich von Song zu Song als herausragender Bluessänger. Seine sichtlich gute Laune, sein Spass an den eigenen Arrangements übertrug sich auf Jürgen Schottenhamml, der, wenn Hajak seine Bottleneck vibrieren ließ, seine ganze Kunst einbringen konnte. Daß das Publikum bis lange nach Mitternacht mit immer neuen Zugaberufen ausharrte, war auch ein Verdienst der Rhythmus-Sektion mit Helmer Körber und Uwe Burkhardt mit ihrem geilen Groove. Mit Bluesnummern über Stunden zum Tanzen zu animieren, da muss die Post abgehen! Und weil auch der Sound hervorragend war, ging sie ab! Kein Wunder, dass der Wettergott über der Hersbrucker Schweiz die Regenwolken vertrieb.

Rick Roth


Honky Tonk Bamberg 1998

Aus Bamberg möchte ich mich auf diesem Wege bei den Organisatoren des 1. Bamberger Honky Tonk Festivals, bei den Mitarbeitern und nicht zuletzt bei der Band "Blue Mind", die in unserer Gaststätte "Zum Reichelbräu" in der Judenstraße begeisternd und unermüdlich gespielt hat, ganz herzlich bedanken. Wir freuen uns schon auf das Zweite und hoffen, Euch hat es auch Spaß gemacht in dieser schönen Stadt "Gastarbeiter" im besten Sinne des Wortes gewesen zu sein. CU Gerhard Schoolmann

All die Hoochie Coochies
Hörenswerte Qualität beim 10. Blueswochenende in der Tonne Dresden (1992)

Karen Carroll`s kehliger Gesang hat vor allem unbarmherzigen Druck. SLOTMACHINE, die Nürnberger Band, die sie an diesem Abend zum ersten Mal begleitet, braucht nur wenige Stücke, um sich darauf einzustellen. Gegendruck der Rhythmussektion, griffige Parts von Gitarristen und Pianisten, Karen würzt ihre Parts mit einer eigenen Prise Humor - den Rest besorgen die teils in Ekstase versetzten Zuhörer. Die Vokalistin sitzt auf dem Stuhl, die Fans treibt es von denselben. Sie werden verstehen, was ich meine, wenn ich Karen Carroll liebevoll einen lebendigen „Notenschrank“ nenne...

Andreas Körner