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Diese Stimme geht dem Zuhörer direkt unter die Haut
Die Bluessängerin Jeanne Carroll und ihre Band Blue Heat sorgen im K.i.S.H.
dafür, dass Stillsitzen zur Unmöglichkeit wird.
POSTBAUER-HENG Von David Hutzler
Afroamerikanische Exzentrik trifft fränkische Bodenständigkeit und vermischt
sich zu einem mitreißenden Musikcocktail. So lässt sich das Gastspiel der
Blueslegende Jeanne Carroll und ihrer Band Blue Heat im K.i.S.H. beschreiben.
Mit ihren mittlerweile beeindruckenden 79 Jahren gehört Jeanne Carroll äußerlich
zwar zu den Old Ladies des Blues, doch wer die Ausstrahlung einer Rentnerin
oder gar eine sitzende Frontfrau erwartete wurde enttäuscht. Stattdessen erlebte
man eine unglaublich agile und ausstrahlungskräftige Dame, deren Stimme direkt
unter die Haut ging und ein Stillsitzen fast unmöglich machte.
Schloss man die Augen und lauschte der Musik der fünf Künstler auf der Bühne,
so könnte man sich genau so gut in einem verrauchten, tiefschwarzen Bluesclub
in New Orleans wiederfinden. So einfühlsam, filigran aber auch emotional und röhrend
spielten sie den Blues. Öffnete man die Augen, so erhielt dieses Bild einen optischen
Makel. Man wollte nicht so wirklich glauben, dass da vier weißgesichtige Franken
standen.
Dank des ausgefallenen Saxophonspiels von Stephan Greisinger und dem sanften
aber groovenden Gitarrensound von Jürgen Schottenhamml wurden dem Gesamteindruck
die verschiedensten Klangfarben verliehen. Aufgebaut wurde dies auf dem außerordentlich
smart agierenden Güven Sevincli am Schlagzeug und Thomas Hübner,
der mit seiner Orgel nicht nur melodische Teppiche legte sondern auch die Bassstimme
spielte. Zusammen schafften die Musiker die Wanderung auf dem schmalen Grad zwischen
Präzision und Emotion und gaben ihrer Frontfrau damit die Möglichkeit, ihr
Stimmvolumen voll auszuschöpfen.
Da machte es auch nichts aus, dass das Programm fast ausschließlich aus altbekannten
Bluesinterpretationen wie Hoochie Goochie Man bestand. Denn hier gab es
keinen billigen Abklatsch der Songs. Vielmehr gehört die Künstlerin samt
ihrer Band zu den wenigen Prädestinierten, die würdig sind diese Lieder zu
präsentieren.
Eine große kleine Dame : Jeanne Carroll beschwor im Kish den Geist des Blues
(25.01.1010)
POSTBAUER-HENG (rw) - Sie sei die «hoochie-Coochie-Woman» behauptet die
kleine Dame im roten Kleid und dem blauen Band um die Stirn da auf der Bühne im
Kish. Und natürlich kennt das Publikum den «hoochie-Coochie Man» von
Willie Dixon. Hoochie-Choochie Woman ist nur unter Melodie- und Bedeutungsverlust ins
Deutsche zu übersetzen - eine «selbstbewusste Frau» trifft es wohl
am Ehesten.
Was bei vielen Bluesern, die diesen Song covern, in einer aufgesetzten Pseudebetroffenheit
endet, passt bei der 79-jährigen Jeanne Carroll. Unaufhaltsam wie eine Dampflokomotive
stürmt sie durch ihr Programm, die Musiker von Blue Heat, die fast ihre Enkel
sein könnten, dirigierend, mitreißend da ist ein «Yeah Baby»
kein peinliches Füllsel, sondern einfacher, sprachlicher Ausdruck, glaubwürdig
bis zur letzten Silbe.
Die in Ruleville, Mississippi geborene Jeanne Carroll führt den Blues zu kraftvollem
Ausdruck zurück. «Wenn Du glaubst, dass Du traurig bist, dann hör Dir
mal das an», fordert Sie ihre Zuhörer auf Englisch auf und das Publikum
folgt ihr. Trotz uraltem Songmaterial, der Groove kommt dank der Emotion und des ansteckenden
Optimismus in der Performance der Power-Frau authentisch an. Der Blues wirkt nicht
angestaubt, trotz zweiminütiger Gitarrensoli.
Natürlich dürfen auch die Blue Heats ein bisschen solo glänzen. Dann
wird es rockiger, funkiger und noch etwas jazziger. Gut hört sich das an. Sehr
gut sogar. Aber die Attraktion des Abends ist die große kleine, alte Dame, die
spitzbübisch grinsend auf der Bühne steht, mitklatscht, die Fäuste hochreißt
und diesen ganzen Bluestrain mitzieht.
Bei der letzten Zugabe, «Money» von Barrett Strong, tobte das Kish und
man glaubte der Frau da vorne jedes Wort des Textes. Eine einmalige Erfahrung. Frauen
wie Jeannie Carroll sind selten geworden. Sie lässt einen spüren, was die
Faszination des schwarzen Blues und Jazz war - indem sie ihn auferstehen lässt.
Und dank Blue Heat ist er im Kish zur vollen Geltung gekommen.
Glamouröse Diva mit samtiger Stimme (November 2009)
Von Katharina Bednarz
Von den Billardtischen, die sonst in der Halle stehen, fehlt jede Spur. Der Monroes
Park in Göttingen wandelt sich zu einem dieser dunklen Jazzclubs mit viel
freier Fläche: Gut so, sonst wäre es für die gut 200 Besucher am Freitag
reichlich eng geworden. Das Interesse der zahlreichen Gäste gilt Jeanne Carroll,
einer der wenigen Stimmen, die sowohl in der Jazz-, Blues-, Gospel- als auch Popszene,
heimisch ist.
Zu Hause ist die erste Frau des Chicago Blues, die 1946 von ihrer Heimat Ruleville/Mississippi
in die damalige Blues-Metropole Chicago zog, vor allem auf der Bühne. Seit 1988
in Deutschland lebend, blickt die 78-jährige Sängerin auf 50 Jahre professionelle
Bühnenerfahrung zurück. Umso erstaunlicher, dass Carroll nur ein scheues
Hallo über die vollen Lippen huscht, als sie sich dem wartenden Publikum
endlich präsentiert.
Das Quartett Blue Heat um Jürgen Schottenhamml (Gitarre/Gesang), Stephan
Greisinger (Saxophon), Thomas Hübner (Hammond Orgel) und Anselm Gayler (Schlagzeug)
sorgen bis dahin für eine Wohlfühlatmosphäre. So hat es sich der Veranstalter,
das Anzeigenblatt Blick, das mit diesem Konzert sein 40jähriges Bestehen
feiert, wohl vorgestellt: viel Publikum und angeregte Gespräche. Bei dem einen
oder anderen Bier lässt man die anstrengende Woche hinter sich.
Dann das Glanzlicht: Soul-Lady Carroll, ganz in Schwarz, tastet sich mit katzenartigen
Bewegungen vor. Mit ihrer wilden Afro-Mähne ist sie trotz ihres Alters eine glamouröse
Diva. Als ihre samtige, kräftige und wunderschöne Stimme ertönt, wird
verständlich, dass sie in der Vergangenheit bereits Konzerte mit Größen
wie Duke Ellington gegeben hat.
Leuchtender Star
Auch die Zusammenarbeit mit den weniger prominenten Blue Heat, die im Übrigen
bereits seit den frühen 1990ern andauert, klappt an diesem Abend hervorragend.
Carroll ist der leuchtende Star, das Quartett spannt einen einfühlsamen und doch
energiegeladenen Sound um ihre alles überragende Stimme. Zusammen schöpfen
sie aus einem vielseitigen Repertoire und spielen immerhin drei Stunden lang. Das Publikum,
das erst nach einigen Zugaben zu den Mänteln greift, hat die fehlenden Billardtische
sicherlich kaum vermisst.
Jazz-Lady hat den Blues im Blut
9. Auerbacher Jazz- und Bluesherbst: Jeanne Carroll (77) begeistert in der Nicolaikirche
(November 2008)
Von Nicole Jahn
Auerbach. Mit Tina-Turner-Frisur und Stiefeln, so rot wie ihre Lippen, wiegt sich Sängerin
Jeanne Carroll Freitagabend auf der Bühne der Auerbacher Nicolaikirche im Takt
der Musik, tupft sich mit einem Taschentuch den Schweiß von der Stirn und singt
in Titeln wie I'm a woman" und »I found a new baby" von der Härte
einer Frau und natürlich von der Liebe. Zum zweiten Konzert des 9. Jazz- und Bluesherbstes
begeistert die amerikanische Sängerin, begleitet von der Nürnberger Band
Blue Heat, die etwa 1oo Zuhörer mit klangvoller Stimme, Seele und jeder Menge
Leidenschaft
Das unglaubliche an der Lady mit dem kecken Hüftschwung und dem Blues im Blut:
Sie ist schon 77 Jahre alt und doch erscheint die Bezeichnung Jazz-Oma beinahe wie
eine Beleidigung. Die Musik hält mich jung", erzählt die in Nürnberg
lebende Sängerin in der Pause lachend. Seit den 1980ern lebt sie in Deutschland,
spricht jedoch weiterhin lieber Englisch. Wenn ich mit Singen aufhören würde,
würde ich sterben", ist sie sich sicher. Als ich vier Jahre alt war,
sang ich schon im Kirchenchor. Musik ist mein Leben."
Organisator Ulrich Morgner, Vorsitzender des Auerbacher Jazz-Clubs, war gleichfalls
von der Dynamik der Jazz-Sängerin angetan und stolz, dass sie in Auerbach auftrat:
Sie stand schon mit Größen wie Louis Armstrong auf der Bühne!"
An diesem Abend waren es zwar Musiker aus Nürnberg, doch das schmälerte nicht
die Qualität des Abends. Mit Gitarre, Saxofon, Hammond-Orgel und Schlagzeug bewiesen
sie nach der Pause, dass sie mehr drauf haben als nur die Begleitung. Stephan Greisinger
fesselte das Publikum mit Saxofon-Soli. Nickende Kennermienen wurden bald von im Takt
schnippenden Fingern und in Schwingung gebrachten Körpern abgelöst. Nach
einigen Titeln kam auch wieder Jeanne Carroll auf die Bühne, entzückend und
stimmgewaltig versprach sie dem Publikum: Ich werde mich erst zur Ruhe setzen,
wenn ich keine Stimme mehr habe!" Diesen Zustand kann man sich aber nach dem Auerbacher
Konzertabend nur schwer vorstellen.
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Stimmung mit der Blues-Lady
Die charismatische Sängerin Jeanne Carroll im Muz-Club (Nürnberger Nachrichten
Januar 2008)
Auch in reifen Jahren noch taufrisch zeigte sich die Jazz-Sängerin Jeanne Carroll,
die im Muz-Club gastierte. Als sie während des Auftritts der Vorband hereinkommt,
erkennen viele sie nicht. Denn Jeanne Carroll wirkt in ihrer hautengen schwarzen Robe
und mit den blonden Rasta-Zöpfchen auf den ersten Blick sehr jugendlich, auf den
zweiten etwas reifer und nicht mal auf den dritten wie 77. Dabei ist sie genau so alt.
Locker witzelt die charismatische Blues-, Jazz und Soul-Lady später darüber,
dass sie sogar Urenkel hat. Die Familie scheint der Diva, die aus Mississippi stammt
und mit Größen wie Count Basie, Duke Ellington oder Dizzy Gillespie auf
der Bühnestand, viel Kraft zu geben. Sie beherrscht wie selbstverständlich
den gut gefüllten Raum, keiner wendet ein Auge von ihr. Unter den Gästen
befinden sich auch viele Musiker. Als der Hit Knock on wood erklingt, schwingen
viele das Tanzbein. Ganz relaxed steht Carroll am Mikrofon, Mätzchen hat sie nicht
nötig. Die Vorband Wolfgang Leyks Blues war super und hat mit
Klassikern von John Lee Hooker, B. B. King und anderen gut vorgewärmt. Bei Carroll
kommt ein kleiner Schuss Coolness hinzu. Ihre Begleitband Blue Heat(Jürgen
Schottenhamml, Gitarre; Stephan Greisinger, Saxofon; Tom Hübner, Hammond und Gueven
Sevincli, Drums) klingt mal kräftig-erdig und soulig-ehrlich, mal funky und dann
wieder jazzig-verspielt. Dabei ist das Tempo immer im oberen, gut tanzbaren Bereich.
Ihre neue CD Reminiscing in Blue schlägt richtig fett
ein, wie es die jüngsten Gäste formulieren. Ein gelungener Abend.
CLAUDIA SCHULLER
Entspannter Abend mit Jazz und Soul
Jeanne Carroll stellt neue CD vor (Nürnberger Nachrichten Januar 2008)
Sie ist mal coole Croonerin, mal ekstatische Shouterin und bei ihr verschmelzen Blues,
Jazz und Soul zu einer untrennbaren Einheit: Jeanne Carroll. Am Freitag, 18. Januar,
20 Uhr, stellt die charismatische Sängerin im MUZ-Club der Musikzentrale zusammen
mit der Band "Blue Heat" ihr neues Album "Reminiscing in Blue"
vor.
Jeanne Carroll wurde 1931 in Ruleville/Mississippi geboren. Schon als Dreijährige
sang sie im Kirchenchor mit. In späteren Jahren stand sie mit so gut wie allen
Größen des Swing und Jazz auf der Bühne, Count Basie und Duke Ellington,
Dizzy Gillespie, Muddy Waters oder Thelonious Monk. Hörbar bis heute prägend
für Jeanne Carrolls Gesangstechnik war die Begegnung mit Kolleginnen wie Betty
Carter und der unvergessenen Billie Holiday. Eine Epigonin, die den Stil anderer kopiert,
wurde Jeanne Carroll allerdings nicht. Seit 1998 lebt sie in Nürnberg, arbeitete
vom ersten Tag an mit lokalen und regionalen Jazz- und Bluesmusikern zusammen., "vergoldete"
aber auch Rock- und sogar Hip-Hop-Projekte mit ihrer unverwechselbaren, tiefschwarzen
Stimme.
Das neue Album "Reminiscing in Blue" nahm sie mit dem Quartett "Blue
Heat"- Jürgen Schottenhamml (Gitarre), Stephan Greisinger (Saxophon), Tom
Hübner (Hammond BX3) und Güven Sevincli (Schlagzeug) auf. Eine auffallend
entspannt wirkende Scheibe, die locker und völlig unverkrampft 40 Jahre Jazzgeschichte
Revue passieren lässt, ohne auch nur eine Sekunde in Nostalgieschwulst zu versinken.
Wie Jeanne Carroll den Party-Dauerbrenner "Knock on Wood" zur durchsichtig
schwebeleichten Ballade umstrickt, hat ganz große Klasse und unterstreicht den
Ausnahmerang der großen alten Dame des Jazz.
HvD
Boshafte Balladen und mitreissende Partymusik
Blues-Nacht mit Franz Hajak, Jürgen Schottenhamml und Houserockin`Nightcats
in Vischers Kulturladen (Nürnberger Nachrichten Januar 2008)
Der Blues lebt. Und er wird da gepflegt, wo er Zuhause ist: auf den kleinen Bühnen.
Vor denen es manchmal so voll wird, wie beim restlos ausverkauften Jahresfest des Vereins
Vischers Blues Jam in Vischers Kulturladen am Bielingplatz.
Um Stimmung zu machen, braucht es keine Blues-Superstars aus den USA oder England -
auch Mittelfranken hat Könner zu bieten. Zum Beispiel die beiden Sänger und
Gitarristen Franz Hajak und Jürgen Schottenhamml, die einen rein
akustischen Auftritt vom Allerfeinsten hinlegten. Der Ausdruck Vorband wäre hier
eine heftige Beleidigung. Versteht es das Duo doch, die intime Downhome Stimmung des
amerikanischen Mittelwestens herauf zu beschwören und an einem eisigen Winterabend
so etwas wie Präriewärme zu verbreiten.. Und wenn die beiden in der Wolle
gefärbten Blueser sich mit Klassikern etwa von T-Bone Walker auseinandersetzen,
dann ahnt man, wieviel Sprengkraft die Musik einst in den schwarzen Vierteln der nordamerikanischen
Städte gehabt haben muss.
Hans von Draminski
"Luigi s Home Cookin" Kneipenbühne Oberweiling (Neumarkter Nachrichten
Januar 2007 )
"Luigi s Home Cookin" bewies am vergangenen Samstag in der vollen Kneipenbühne
vor begeistertem Publikum ein ums andere Mal, von Stück zu Stück, was Blues
sein kann: kreativ, intelligent, virtuos, spannend, gefühlvoll der Begriffskatalog
ließe sich mit Positivem beliebig erweitern.
Der stets groovende Helmer Körber behandelte in seinen Basssoli sein Instrument
wie eine intelligent gepickte Gitarre, der charismatische Franz Hajak an der
akustischen und dem E-Piano zeigte, was sauberer, gefühlvoller Gesang ist, Jürgen
Schottenhamml brachte seine wunderbaren E-Gitarrensoli dezent und jeweils genau
an der richtigen Stelle und Chris Schmitt an den Bluesharps und Perkussionsinstrumenten
brillierte nicht nur mit seinem Paradestückchen, Duster Bennetts Jumping At Shadows
- das ganze wurde gekrönt vom sauberem oft dreistimmigen - Gesang, alles in transparentem
Klang und angenehmer Lautstärke: musikalisches Herz, was willst du mehr.
Luigis Homecooking im Vischers Kulturladen (Konzertveranstalter Vischers Blues Jam
e.V.) März 2006
Schimmlige Schildkrötensuppe, einige Scheiben Toast und eine Tube Meerettich
damit, so Franz Hajak beim mitreißend-unterhaltsamen Konzert von Luigis
Homecooking, hätte Klaus "Fips" Phillip seelig ein opulentes Menue gezaubert.
Notfalls mit Chilli gerettet.
Der leicht ironische Unterton zieht sich auch durch Hajaks Moderationen. Man soll eben
nicht alles allzu ernst nehmen. Nicht die Originalversionen zeitloser Klassiker der
ersten und zweiten Reihe, die in ureigenem Gewand präsentiert werden, noch das
Leben selbst. So spaßt man sich durch ein Abendprogramm, welches in Sachen Groove
und Feeling seinesgleichen sucht. Franz "Luigi" Hajak, Jürgen Schottenhamml,
Helmer Körber und Schlagzeuger Uwe (Nachname polizeibekannt - der Running
Gag des Abends!) sind eine spürbare Einheit, persönlich wie musikalisch.
Ob Polk Salad Annie - ein Elvis Hit, den heute kaum mehr jemand kennt - oder Papa was
a rolling stone, man "homecooked" einen Ohrenschmaus der Sonderklasse mit
jeder Menge Sahnehäubchen und Zungenschnalzern (u.a. Schottenhammls Gitarrenspiel).
Unmöglich sich dem Groove zu entziehen, sich von der Ausstrahlung der Band nicht
gefangen nehmen zu lassen. Die Band steigert sich von Song zu Song, findet mehr und
mehr Gefallen am eigenen Zusammenspiel und wächst im Laufe des Konzerts über
sich hinaus.
Das swingt, und schiebt, das bluest und groovt und schleicht sich unwiderstehlich mitten
in den Bauch. Ein Abend zum Wohlfühlen mit einem musikalischen Feinschmecker Menue.
Luigis Homecooking geht runter wie Nachtisch!
Wolf S. Höher
Eine Blueslady mit gewaltiger Stimme
Karen Carroll und Blues Limited servieren Soul auf Schloss Offenberg (August 2004)
Es gibt viele Menschen, die haben den Blues. Alles ist schwer. Nichts geht mehr. Und
dann gibt es andere Menschen, die singen den Blues. Sie singen von den Menschen, die
durchhängen. Zu guter letzt gibt es Menschen, die sind der Blues. Sie verkörpern
ihn mit Leib und Seele, sie haben ihn im Blut. Sie zeigen, dass nicht alles so schwer
ist, wenn man nur darüber redet oder darüber singt.
Zu letzteren gehört Karen Carroll. Sie gastierte Samstagnacht mit den aus
München, Nürnberg, Deggendorf und Landshut stammenden Musikern von Blues
Limited im Stadl von Schloss Offenberg.
Die 1958 in Chicago geborene, mittlerweile in Nürnberg lebende, farbige Sängerin
zählt zu den besten zeitgenössischen Bluesinterpretinnen und entspricht dem
Bild, das man sich von einer waschechten Blues- und Gospellady macht. Ihr
enormes Körper- und Stimmvolumen, ihr nicht enden wollender Atem, ihre temperamentvolle
Gestik und Mimik, die Schweißperlen auf ihrer schwarzen Haut, ihre schauspielerische
Vitalität. All das führt zu einem Vollblut-Bluesweib mit Leib und Seele,
mit Liebe und Wärme und unwahrscheinlicher Aussagekraft. Dabei bleibt sie ehrlich
und natürlich, stets gespickt mit einem Schuss Humor. Durch ihre inbrünstige
Art, das Publikum mit einzubeziehen (I am ready to sing, are you?) gewinnt Carroll
schnell die Sympathien. Mit emotionalem Einsatz und warmem Stimmorgan singt sie von
Liebe und Leidenschaft, Tränen, Schmerz und Nöten : I need money
oder I feel good.
Die Musiker der im Herbst letzten Jahres gegründeten Formation Blues
Limited sorgten für den nötigen Drive und absolut fetzige, teils
atemberaubende solistische Improvisationen : Vater und Tochter Tino und Constanze Rossmann
(Keyboards und Saxophon), Klaus Lange mit der Bluesharmonika, am Bass Walter Pfeiffer,
an der Gitarre Jürgen Schottenhamml. An den Drums hatte der einzig heimische,
Otto Müller, in seiner bewährt souveränen Art alles unter bester Kontrolle.
Barbara Sagstetter
Groove im Bunker (Fürther Nachrichten Mai 2004)
Einen groovigen Start hatte die neue Konzertreihe Soul and more im Kunstkeller O27.
John Lee Booker T & the Empties sowie Luigi`s Home Cooking zeigten im gut
gefüllten Bunker, wo der Hammer hängt.
… Beste Unterhaltung also, die auch davon profitierte, dass der Sound knackig
und gut abgemischt rüberkam. Was auch der etwas abgespeckten Truppe von Luigi`s
Home Cooking zupass kam.
Da fehlte zwar das eigentlich angekündigte Keyboard, dennoch aber brachten die
4 Musiker aus Nürnberg ihr Programm überzeugend rüber. Denn Franz
Hajak und Jürgen Schottenhamml bewegten sich auch ohne Tastenunterstützung
mit ihren Gitarren versiert irgendwo im Delta zwischen Clapton, Willy de Ville und
Stevie Ray, ohne gleich die Gefahr der Kopie einzugehen.
Beindruckend genau auf den Punkt saßen die Breaks, der Rhythmus rollte und machte
Laune. Als der Bunker die Zuschauer nach Mitternacht wieder ausspie in die Fürther
Nacht, war es nur leider nicht schwül und dampfend, sondern viel zu kühl.
Erdige Gitarrenriffs (Fürther Nachrichten, ca. 2000)
Die Blues-Generation im Jugendhaus zeigte auch gleich, daß sie nichts von ihrem
Gefühl für die gute alte blue Musik verloren hat. In erdigen
Riffs und weichen Balladen von Jürgen Schottenhamml von Blue Mind gingen
die vielen Mitvierziger voll auf. Es war aber auch beeindruckend, welche Töne
Schottenhamml seiner Fender Stratocaster entlockte. Echter Blues, mit Funk und Soul
versetzt, so kamen Blue Mind bei den Zuhörern bestens an.
Luigi`s Home Cooking in Kursberg (Zentralnerv Nürnberg 1999)
Obwohl das Wetter beim Fest des HvD in Kursberg am Anfang mit Regen überraschte,
konnten Franz Hajak und seine Mannen die Zuhörer sofort in ihren Bann ziehen.
Hajak, ein Gitarrist mit ureigenem Stil, der immer mehr auch Entertainerqualitäten
entwickelt, steigerte sich von Song zu Song als herausragender Bluessänger. Seine
sichtlich gute Laune, sein Spass an den eigenen Arrangements übertrug sich auf
Jürgen Schottenhamml, der, wenn Hajak seine Bottleneck vibrieren ließ,
seine ganze Kunst einbringen konnte. Daß das Publikum bis lange nach Mitternacht
mit immer neuen Zugaberufen ausharrte, war auch ein Verdienst der Rhythmus-Sektion
mit Helmer Körber und Uwe Burkhardt mit ihrem geilen Groove. Mit
Bluesnummern über Stunden zum Tanzen zu animieren, da muss die Post abgehen! Und
weil auch der Sound hervorragend war, ging sie ab! Kein Wunder, dass der Wettergott
über der Hersbrucker Schweiz die Regenwolken vertrieb.
Rick Roth
Honky Tonk Bamberg 1998
Aus Bamberg möchte ich mich auf diesem Wege bei den Organisatoren des 1. Bamberger
Honky Tonk Festivals, bei den Mitarbeitern und nicht zuletzt bei der Band "Blue
Mind", die in unserer Gaststätte "Zum Reichelbräu" in
der Judenstraße begeisternd und unermüdlich gespielt hat, ganz herzlich
bedanken. Wir freuen uns schon auf das Zweite und hoffen, Euch hat es auch Spaß
gemacht in dieser schönen Stadt "Gastarbeiter" im besten Sinne des Wortes
gewesen zu sein. CU Gerhard Schoolmann
All die Hoochie Coochies
Hörenswerte Qualität beim 10. Blueswochenende in der Tonne Dresden (1992)
Karen Carroll`s kehliger Gesang hat vor allem unbarmherzigen Druck. SLOTMACHINE,
die Nürnberger Band, die sie an diesem Abend zum ersten Mal begleitet, braucht
nur wenige Stücke, um sich darauf einzustellen. Gegendruck der Rhythmussektion,
griffige Parts von Gitarristen und Pianisten, Karen würzt ihre Parts mit einer
eigenen Prise Humor - den Rest besorgen die teils in Ekstase versetzten Zuhörer.
Die Vokalistin sitzt auf dem Stuhl, die Fans treibt es von denselben. Sie werden verstehen,
was ich meine, wenn ich Karen Carroll liebevoll einen lebendigen Notenschrank
nenne...
Andreas Körner |